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The Living Proof präsentiert:
Radio Havanna
VETO Tour 2020

VETO! Mit diesem gleichermaßen deutlichen wie auch griffigen Albumtitel legen Radio Havanna ihren siebten Longplayer vor. Seit 2005 sind die Wahl-Berliner fast durchgehend in den hiesigen Clubs und auf Festivals unterwegs und haben sich dabei einen bleibenden Namen erspielt.

Die Punkrock-Band ist bekannt für deutliche politische Statements, unter anderem sind sie Initiatoren der Koalition Faust Hoch, die für die Idee einer gerechten Gesellschaft wirbt und sich gegen Rassismus und demokratiefeindliche Parteien einsetzt. Natürlich gibt es auch auf VETO Songs, die deutlich zeigen, welche Werte Radio Havanna wichtig sind: Antifaschismus, Freundschaft, Solidarität. Trotzdem wäre es deutlich verkürzt, die Band als reine Politpunker zu bezeichnen. Fichte, Arni, Olli und Anfy schaffen es auf VETO besser als je zuvor, thematisch weitere Ebenen einzubauen. Hier wird nicht nur protestiert und gewütet, es geht äußerst reflektiert zur Sache. Nachdem bereits das Vorgängeralbum Utopia, vor allem mit dem gleichnamigen Titelsong, die Tür für Zwischentöne aufgemacht hat, gehen sie hier einige Schritte weiter.

„Wer nichts kann und nichts hat, wohnt im Hungerturm // Du steigst auf ihn rauf, er zieht dich hinab und fast jedes Jahr springt jemand vom Hungerturm“, singt Sänger Fichte in Hungerturm, einem der Schlüsselsongs des Albums. Radio Havanna sind unversöhnlich mit dem Status Quo. Deshalb auch ihr VETO. Aber es wird hier nicht wehgeklagt oder gar kapituliert. Die Berliner wollen Party und Politik, Revolution und Romantik. Lieber mit den guten Leuten die Bar austrinken, als mit den Schlechtmenschen die Welt vor den Baum fahren.

Die vier Bandmitglieder, allesamt in der Thüringer Kleinstadt Suhl groß geworden und in Sachen Alter nun in ihren Dreißigern, beschäftigen sich in Songs wie Helden oder Schatten eindringlich mit den Fragen von Herkunft und Identität: „Uns wurde rückblickend klar, dass wir persönliche Seiten oft außen vor gelassen haben. Wir haben im Vorfeld der Platte sehr viel zurückgeschaut und festgestellt, dass uns eben die Summe unserer Erfahrungen - auch aus unserer Kleinstadt-Jugend, zu dem macht, was wir heute sind“, sagt Gitarrist und Textschreiber Arni.

Beim Hören wird klar: dieses Album hat Kraft und Energie gekostet. Entstanden ist VETO in bemerkenswerter DIY-Manier im Proberaum, erst für den Mix holten sie sich Simon Jäger dazu, der bereits Alben von Kollegen wie Heisskalt und Feine Sahne Fischfilet den richtigen Klang verpasst hat. Veröffentlicht wird das Album über das Band-eigene Label Dynamit Records.

Und doch, trotz aller Um-, Wider- und Aufstände sind sie Immer noch da, wie es in der gleichnamigen ersten Single heißt: „Hinfallen, aufstehen, Krone richten, weitergeht‘s“. Das gilt für die Band, das gilt persönlich auch für ihre vier Mitglieder und das lässt sich auch auf die gesellschaftlichen und politischen Umstände 2019 projizieren. Scheitern gehört dazu, aber aufgeben ist keine Option: „Wir wollen uns mit VETO auf das Positive im Problemkosmos konzentrieren. Klar gibt es viele Probleme. Aber wir wollen Bock erzeugen und gemeinsam mit den guten Leuten da draußen etwas bewegen, denn wir wissen, dass es die gibt“ 

Und so stehen natürlich für 2020 wieder zahllose Konzerte an, für die Radio Havanna den Tourbus besteigen und Tausende von Kilometern runterreißen, um ihr neues Album auch live vorzustellen. Und man kann es kaum treffender ausdrücken, als es der Opener des Albums tut: „Es gibt nichts, das besser ist als Krach!“.


The Dead President

2009 formatierte sich die Moskauer Skacore-Band The Dead President. Seitdem erschienen bereits sechs LPs unter ihrem Namen, zuletzt 2017 das Album „More than music“, herausgebracht unter dem englischen Musiklabel „Horn & Hoof Records“. Sie singen über den Kampf gegen Nazis und Rassismus, über „Brüderlichkeit“ und Anarchismus, sowie gegen Krieg und Kapitalismus. Auf den Konzerten ist Wahnsinn gemixt mit ihrer Energie deutlich zu spüren. Wie eine Lokomotive, die alles zerstört, was ihr in den Weg kommt, gewinnen „The Dead President“ mit jeder Tour mehr und mehr an Fahrt und vereinen Skins, Punks und Hardcore-Fans in vollen Hallen. Die Band kann bereits auf zahlreiche Auftritte, u.a. zusammen mit bekannten Punk-, Ska- und Oi-Bands wie Stage Bottles, Pestpocken, Total Chaos, Talco, The Locos und Acidez, zurückblicken – und das nicht nur in Russland. Im März 2020 kommen sie bereits zum 7. Mal auf Europa-Tour.

Vizediktator

Vizediktator ist ein Statement zur Zeit, ein Wink mit dem Zaun, ein bitter-süßes Bild von der Straße der Stadt,  ein grimmiger Mittelfinger und eine harte Punktlandung. Kreuzberg klingt noch immer wunderschön dreckig und direkter denn je. Die Songs zielen unter die Haut, schneiden ins Herz und ballen die Faust. Das ist die charmante Bordsteinkante, aber auch der unbequeme Stein im Schuh. Es ist noch nicht alles verloren, denn Vizediktator zieht dem Wolf höchstpersönlich den Schafspelz aus. Für einen Song, ein Konzert - oder auch für empfindlich länger. Scheiß auf Popmusik, hört Straßenpop! Linus Volkmann bemerkt im Musikexpress dazu: (Vizediktator) "... besitzt mehr Euphorie als eine geschüttelte Sektflasche, die man vor dem Ausgehen öffnet.“

Pressematerial

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