Tickets Dienstag | 28. Mai |21:00 Uhr (Einlass ab 20:00 Uhr)
Böse & Gemein präsentiert:
Cocaine Piss

Cocaine Piss hatten sicher 2014, als sie sich im belgischen Liège gründeten, keinerlei große Erwartungen an ihre Zukunft, was auch den vielleicht etwas unbedacht gewählten, jedoch ihren Musikstil recht gut umschreibenden Bandnamen erklären könnten. Mittlerweile sind sie der Top-Export der wallonischen Alternative-Rock-Szene, und zwar nicht, weil sie unermüdlich die Litanei des Musikbusiness abgearbeitet haben oder ihre Zeit in Meetings mit den wichtigen Leuten versaßen, sondern weil sie gern direkt live aufschlugen, wo immer es Konventionen zu zertrümmern gilt. Dies tun sie auch mit ihrem unverwechselbaren, hochenergetischen Mix aus Punk und Noise, der einem 20-minütigen Wirbelsturm gleichkommt. Das kann man sich ungefähr so vorstellen, also ob die Dead Kennedys, Bikini Kill und Melt Banana gleichzeitig auf der Bühne stehen und mitten im Set der Strom ausfällt, so daß ein in Rage gerocktes, verwirrtes und hocheuphorisiertes Publikum nicht anders kann, als den Laden noch final zu zerlegen.

Diese Kraft, mit der Cocaine Piss die Clubs und Partykeller ihrer Heimat heimsuchten, sprach sich schnell rum, so dass bald ganz Europa daran teilhaben wollte. Es folgten über 400 Konzerte, und sie hinterließen ihre Duftmarken quer über den Kontinent von Norwegen bis Portugal und von Litauen bis ins Vereinte Königreich. Egal ob auf den großen Festivalbühnen des Sommers oder in Kellerlöchern besetzter Häuser, Cocaine Piss schlugen überall gewaltig ein und ihr Sound wuchs mit ihrer zunehmenden Spielerfahrung. Unüberhörbar sind der Einfluss, den Hardcore und 80er Noise Rock a la Mudhoney oder Big Black, auf die Soundfindung ausübten, und so verwundert es nicht, dass ihr namhaftester Fan wohl kein geringerer als Steve Albini ist, mit dem sie auch ihre zweite Langspielplatte – lang heiß bei ihnen wie gesagt 20 Minuten – aufnahmen.

Cocaine Piss sind auch ein Paradebeispiel dafür, dass man viel erreichen kann auch ohne ein Arschloch zu sein. Auch wenn ihre Musik fies, provokativ, dreckig und gemein ist, ihre Message ist dabei immer ein positive und bleibende. Die Gleichstellung der Geschlechter ist der Hauptantrieb in ihrer Arbeit, und das bewegt sie dazu, auch immer wieder mit jungen, vielversprechenden Leuten zusammen zu arbeiten, wie zum Beispiel Laetitia Bica, die sich aller visuellen Aspekte rund um das letzte Release der Band annahm (Albumcover, Bandfotos, Videos) und ansonsten ihre Meriten im Modebusiness verdient. Im Video zu „My Cake“ gibt bereits einen Vorgeschmack darauf, was noch kommen wird, und zusammen mit dem Grafikdesigner Tierry Tönnes sind noch viel mehr Ideen in der Pipeline, um das Klangchaos des Cocaine Piss Universums in farbenfrohe Bilder zu übersetzen. So fühlt es sich nach fünf Jahren Bandgeschichte immer noch so an, als ob sie gerade erst loslegen würden. Wohin Cocaine Piss in nächster Zukunft ihren gelben Strahl richten werden, wissen wir heute noch nicht genau, aber wir werden es lieben, wenn es passiert. So lange gilt es dran zu bleiben, nass zu bleiben und vor allem am Leben zu bleiben.

Party Fears

Party Fears liefern köstliche kleine Punk-Pralinen mittels scharf zitternden Gitarren und dick wabernden Basslinien. Sucht man eine Referenz, so erinnern sie an die B52 abzüglich der Surf-Untertöne jedoch mit derselben Hingabe zu Party Shout-Outs. Ihre Songs - mal sanft mal rau - haben immer etwas Balladeskes. In dem Punkt meint man einen Hauch von Kate Bush im Sound der Frontfrau und Bandgründerin Maggie Devlin zu erahnen.

Maggie gründete die Band im November 2015 also Soloprojekt in Südkoreas Hauptstadt Seoul, wo sie auch ihr selbstbetiteltes Debütalbum aufnahm, bevor es sie Ende 2016 nach Berlin verschlug. Hier traf sie Ellis Frawley, die bis dato bei BaekMa spielte, wodurch sie Party Fears zu einem echten Liveerlebnis hin entwickelt haben, was jede Menge Punkenergie versprüht, bei dem Maggie’s Humor zwischen den Zeilen das Publikum in Massen dahinschmelzen lässt. BBC „Across The Line“ verortet sie in der Schublade „neckischer 80’s Pop“. Party Fears sind eine erfrischende Dosis überschäumendes Temperament und Selbstwahrnehmung, wie jeder großartige „Morgen danach“.

Pressematerial

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