CSD und Pride, ist das eigentlich dasselbe? Der Christopher Street Day ist historisch vor allem Protest- und Gedenktag. Pride steht oft für mehr: für queere Sichtbarkeit, Diversität und natürlich auch fürs Feiern, mit ausreichend Fokus auf den heute nötigen Protest.
Gerade in Ostdeutschland ist diese Frage nach Protest ziemlich konkret. 2025 gab es bundesweit 245 CSDs, so viele wie noch nie. Bei 111 davon wurden Störungen, Angriffe oder Verhinderungsversuche dokumentiert. Besonders stark betroffen war Ostdeutschland: Bei rund zwei Dritteln der 62 untersuchten CSDs kam es zu Übergriffen, Einschüchterungen oder anderen Störungen.
Und trotzdem entstehen in kleineren Städten und Gemeinden wie Bautzen, Döbeln und Freital immer neue CSDs und Prides. Menschen vor Ort organisieren sich, schaffen gemeinsam Räume und gehen für queere Sichtbarkeit auf die Straße. Dabei bekommen sie auch Unterstützung aus anderen Städten: Solidaritätsaktionen bringen Menschen zusammen, fahren gemeinsam zu CSDs und zeigen, dass queere Sichtbarkeit nicht allein erkämpft werden muss.
Was bedeutet Pride in diesen Regionen, in denen Sichtbarkeit schnell gefährlich werden kann? Warum sind die CSDs gerade dort so wichtig? Wie viel zivilgesellschaftliches Engagement steckt hinter diesen Veranstaltungen und was kann Solidarität über Stadtgrenzen hinweg bewirken?
Darüber spricht Ulla Heinrich mit Gästen in der neuen Folge PISSY, dem Podcast des MISSY MAGAZINE