Samstag | 07. November | 18:00 Uhr (Einlass ab 17:30 Uhr)

PISSY - der Missy Magazine Podcast

Vom CSD zu Pride: Was passiert gerade in Ostdeutschland?
(c) Missy Magazine

CSD und Pride, ist das eigentlich dasselbe? Der Christopher Street Day ist historisch vor allem Protest- und Gedenktag. Pride steht oft für mehr: für queere Sichtbarkeit, Diversität und natürlich auch fürs Feiern, mit ausreichend Fokus auf den heute nötigen Protest.

Gerade in Ostdeutschland ist diese Frage nach Protest ziemlich konkret. 2025 gab es bundesweit 245 CSDs, so viele wie noch nie. Bei 111 davon wurden Störungen, Angriffe oder Verhinderungsversuche dokumentiert. Besonders stark betroffen war Ostdeutschland: Bei rund zwei Dritteln der 62 untersuchten CSDs kam es zu Übergriffen, Einschüchterungen oder anderen Störungen.

Und trotzdem entstehen in kleineren Städten und Gemeinden wie Bautzen, Döbeln und Freital immer neue CSDs und Prides. Menschen vor Ort organisieren sich, schaffen gemeinsam Räume und gehen für queere Sichtbarkeit auf die Straße. Dabei bekommen sie auch Unterstützung aus anderen Städten: Solidaritätsaktionen bringen Menschen zusammen, fahren gemeinsam zu CSDs und zeigen, dass queere Sichtbarkeit nicht allein erkämpft werden muss.

Was bedeutet Pride in diesen Regionen, in denen Sichtbarkeit schnell gefährlich werden kann? Warum sind die CSDs gerade dort so wichtig? Wie viel zivilgesellschaftliches Engagement steckt hinter diesen Veranstaltungen und was kann Solidarität über Stadtgrenzen hinweg bewirken?

Darüber spricht Ulla Heinrich mit Josie und Irène Mélix in der neuen Folge PISSY, dem Podcast des MISSY MAGAZINE

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Ulla Heinrich

(c) Lucie Schulze

Ulla Heinrich (1987) ist Kurator*in und Kulturmanager*in (MA) und arbeitet an der Schnittstelle von Kunst, Medien und Musik. Seit über einem Jahrzehnt entwickelt und leitet Ulla Heinrich Projekte zu den Themen Digitalisierung, Gender und gesellschaftlicher Transformation.
Als feministische Aktivist*in hält Ulla Heinrich Vorträge, moderiert Veranstaltungen und organisiert gemeinsam mit Kollektiven offene Bildungsformate. Ulla Heinrich ist Initiator*in, Kurator*in und Mitglied des Kunstkollektivs „dgtl fmnsm“, Booker*in und Creative Producer für das „Balance Club / Culture Festival“ in Leipzig und war von 2019 bis 2026 Geschäftsführer*in des Missy Magazines – des führenden deutschsprachigen Magazins für Pop, Politik und Feminismus.

(c) privat

Josie ist in Döbeln aufgewachsen, lebt derzeit in Leipzig und arbeitet dort in der stationären Kinder - und Jugendhilfe. Ihr Umzug nach Leipzig hielt sie allerdings nicht davon ab, in Döbeln politisch aktiv zu bleiben. Josie hat die vergangenen Jahre den CSD Döbeln mitorganisiert und dieses Jahr das Projekt "Pöbeln in Döbeln" mitgegründet. Außerdem arbeitet Josie auch in Döbeln viel mit Jugendlichen, um diese zu unterstützen, sich Gehör zu verschaffen, beispielsweise mit den Schulstreiks gegen die Wehrpflicht. Um Awareness für die politische Situation im sächsischen Hinterland zu schaffen, reist Josie außerdem viel in Sachsen umher, um, vor allem in die Großstädte. Ländliche Regionen werden in vielen politischen Debatten oft als "brauner Sumpf" abgetan. Josie kämpft mit ihren Genoss:Innen dafür, dass Döbeln vielfältig bleibt.

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Irène Mélix ist Künstlerin und Kulturarbeiterin. Sie lebt und arbeitet als Wossie in Dresden und ist seit den Anfängen der Queer Pride Dresden 2021dort aktiv. Seit rund 15 Jahren engagiert sie sich in der Stadt und darüber hinaus in feministischen und antifaschistischen Zusammenhängen. In ihrer künstlerischen und politischen Arbeit beschäftigt sie sich mit queeren Geschichten, Erinnerung, Archiven und der Frage, wie Geschichte erzählt und gemacht wird - immer an der Schnittstelle künstlerischer und politischer Arbeit.

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