Tickets Mittwoch | 07. Februar |20:00 Uhr (Einlass ab 19:30 Uhr)
Orson Hentschel + Waelder
Denovali Records Showcase

Zwei der spannendsten Soundtüftler dieser Tage treffen aufeinander. Eine audiovisuelles Konzertereignis der Extraklasse für echte Klangpioniere.

Orson Hentschel
GER - Denovali Records

Fast genau ein Jahr nach seinem Debüalbum „Feed The Tape“ betritt Orson Hentschel neues musikalisches Terrain mit alten Schuhen. „Electric Stutter“ heißt sein zweites, fast 55-minütiges Werk, das nur bedingt musikalische Referenzen zu seinem ersten Album aufweist. Während „Feed The Tape“ stark von der klassischen Minimal Music geprägt war, lässt Hentschel diesmal Einflüsse des Trip-Hops und der elektronisch-populären Musik einfließen. So nennt er selbst Künstler wie Massive Attack, Portishead und Björk als einige seiner wichtigsten Inspirationsquellen, die ihn schon seit Kindesalter begleiten.

Der Einfluss der erwähnten Populärmusik ist deutlich hörbar - seine Stücke sind kürzer, geformter und in der Dichte des Soundmaterials reduzierter. Pattern-orientierte Repetitionen, die bei "Feed The Tape" ausladend im Vordergrund standen, dienen bei „Electric Stutter“ eher als raffiniert eingesetzte Teilelemente der Gesamtkomposition, die sich oftmals melodischen Formen unterordnen oder mit ihnen verschmelzen. Auch samplebasiertes Material tritt zurück, umso mehr spielen synthetisch erzeugte Klänge eine Rolle, die häufig melodische Züge annehmen. „Electric Stutter“ ist musikalisch komplexer und detaillierter, gleichzeitig wirkt es aber, durch die Zurücknahme an Soundmaterial und mehr Melodik, durchdringender und leichter aufnehmbar als sein Vorgänger.

Decoder weiß über „Electric Stutter“ zu berichten, daß es durch „spannungsgeladene Wiederholungen von kurzen Sequenzen, die von einzelnen, stuck-in-the-machine sounds startend, in großen, dramatischen Stücken endet“, und Groove erkennt darin „Cyber Trip-Hop von beeindruckender Tiefenschärfe als akustische Möblierung für eine Apokalypse-Lounge“. Jedoch legt Hentschel direkt mit einer 2-Track-EP nach und präsentiert einen weiteren Aspekt seines musikalischen Spektrums. Während auf den beiden Alben nur instrumentale Tracks zu finden sind, sind die beiden Tracks auf „Facades“ die ersten, bei denen Orson Hentschel mit dem Element Text hantiert und dieses als Hauptbestandteil seiner Komposition verwendet, wobei er sich der Stimme von einer sehr speziellen Perspektive her nähert.

Das gesprochene Wort ist für Hentschel immer auch Musik und damit auf der gleichen Stufe wie der instrumentale Input oder das Arbeiten mit Klangschichten. Daher interessiert ihn auf „Facades“ der Klang des gesprochenen Wortes und nicht sein übermittelter Inhalt. Die Idee für „Facades“ entstand zu einer Zeit, als Hentschel mit einer mehrtägigen Schreibblockade zu kämpfen hatte. Er realisierte, daß das Schreiben über nichts der einzig ehrliche Weg war, um sein Selbst über das Medium Text auszudrücken. Nach einiger Recherche zu diesem Thema stieß Hentschel auf John Cages „Vortrag über nichts“, erschienen in dessen Buch „Silence“ (1961). Dies motivierte ihn, seine Ideen auszuarbeiten, woraufhin er einen deutschsprachigen Text entwarf und diesen von Danhee Joe, einer zufällig entstandenen Bekanntschaft, ins Koreanische übersetzen und mit ihrer warmen Stimme sprechen ließ. Dieses Textmaterial verarbeitete Hentschel in der gleichen Art und Weise, wie er jegliches Soundmaterial verarbeiten würde: durch Transformation und Verfremdung des Ausgangsmaterials bis etwas Neues entsteht. Die gesprochenen Wörter sind eingebettet in repetitive und minimalistisch-elektronische Klangschichten, die sogar ursprüngliche technoide Territorien durchdringen. Getreu seinem Stil, lange Spannungsbögen zu erzeugen, muß der Hörer bis zu den letzten beiden Minuten von „Facades II“ warten, bis der erlösende Beat einsetzt.

Der in Düsseldorf lebende Komponist hat in jungen Jahren angefangen klassisches Klavier zu spielen, konzentriert sich mittlerweile aber auf elektronische und experimentelle Musik und Filmkomposition. Auch wenn Orson Hentschel eine klassische musikalische Ausbildung durchlaufen hat, sind seine Kompositionstechniken alles andere als traditionell. So geht er selten von einer musikalischen Idee aus, sondern von der Suche nach geeignetem Soundmaterial. Seine Quellen sind vielfältig: Sounds und Samples, die bereits in Songs und Filmen verwendet wurden, wie Filmtonspuren, Soundtracks, Musikalben, Internet-Fundstücke, treffen auf mehrstimmige Vokalmusik aus dem 14. Jahrhundert und Kompositionsprinzipien der Minimal Music wie etwa die von Steve Reich. In seinen Kompositionen zieht er einen zeitgenössischen Querschnitt durch die Musikgeschichte und ihre Genres und formt daraus seinen eigenen musikalischen Ausdruck. Seine musikalischen Zeitsprünge sind weniger überraschend, wenn man weiß, daß Hentschel vor seinem Musikstudium in Düsseldorf, in Wien und Dresden Musikwissenschaft studiert hat.

Orson Hentschel als reinen Komponist zeitgenössischer Musik zu verstehen greift zu kurz, vielmehr versteht er sich selbst als audiovisueller Künstler. Er entwickelt seine eigene audiovisuelle Liveshow und verbindet darin Licht, Visuals und Nebel zu einer beeindruckenden Atmosphäre, der man sich nicht entziehen kann. Schlagzeuger Lukas Baumgart unterstützt das Live-Set – und zusammen mit Orson Hentschel entsteht ein Sound, dessen Energie deutlich physisch spürbar wird und den Raum auflädt. Das Set ist eine intensive Erfahrung, die an jegliche Limits geht und das gewöhnliche Zeitempfinden ausschaltet. Hentschel verschiebt die Wahrnehmung – nicht durch bloße Lautstärke, sondern durch treibende Wiederholungen und ausgedehnte Spannungsbögen.

Wælder
AUT / GER - Denovali Records

Wælder bewegen sich zwischen Ambient, Industrial und Pop. Ihre Rhythmen und Klangflächen aus Stimmfetzen, obskuren Samples und verzerrten Field-Recordings bauen Räume aus kargem Material und weichem Grund, auf denen es wimmelt und kriecht – eigenartig und harmonisch. Um ihre Stücke live zu präsentierten, mischen Wælder analoge und digitale Effekte mit Gitarre, Synthesizern, Gesang und Loops. Rhythmen und Atmosphären verschwimmen, lösen sich auf und setzen sich wieder neu zusammen. Umrahmt werden die Live Shows oftmals von Visuals, generiert in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Künstler*innen.

Gegründet 2013 in Wien von Moritz Nahold und Jan Preißler, spielten Wælder seitdem zahlreiche Konzerte, kooperierten mit verschiedensten Künstler*innen und komponierten Musik für Theater, Film und Installationen. Neben ihren EPs 'Firn' und '&' veröffentlichten sie 2015 die LP 'Anachronie' beim Label Kreismusik. Ihr zweites Album 'Non Places' erscheint am 26.01.2018 bei Denovali Records.

Non Places wurde in Wien und Berlin, zu unterschiedlichen Zeiten an unterschiedlichen Orten aufgenommen und produziert. Wælder experimentierten unabhängig voneinander an der Musik, um sie später im Austausch über das Internet neu zusammenzusetzen. Die acht Stücke erzählen diesen Prozeß und schaffen gleichzeitig eine eigenständige Perspektive darauf. Eine Kirchenorgel, verstimmt in den Manualen und Registern, ein Staubsauger, eingebettet in den Klang eines Klaviers und präzise programmierte Pattern elektronischer Geräte sind nur einige der Elemente, welche sich auf dem Album wiederfinden lassen. Der Name 'Non Places' entstammt der gleichnamigen Publikation Non-Lieux (dt. Nicht-Orte) des französischen Anthropologen Marc Augé. Durch die Geschehnisse im spezifischen Raum Wien/Berlin und dem Austausch über den unspezifischen Raum des Internets wurden die zahllosen Server-Räume, welche die Audiodaten zur Produktion durchwanderten von Wælder als monofunktionale Orte begriffen, ohne Relation und Geschichte. Angenommen Musik und Entstehungsprozeß sind zwei verschiedene Orte, dann ist Non Places die brückenschlagende Perspektive. Das, was stattfindet und klingt, ist ein Experiment mit Raum, Körper, Form und Zweck.

Pressematerial

Tickets VVK zzgl. Geb.: 10 €AK: 15 €
Januar 2018
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
21
31
01
02
03
04
Februar 2018
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
29
30
31
4
6
9
11
13
16
18
20
21
22
24
01
02
03
04
März 2018
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
26
27
28
2
3
27
28
29
30
31
01
April 2018
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
26
27
28
29
30
31
1
2
3
4
6
8
9
10
14
15
16
18
19
23
24
26
27
28
29
30
01
02
03
04
05
06
Mai 2018
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
30
2
3
5
7
8
9
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
25
26
27
28
29
30
31
01
02
03
Juni 2018
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
28
29
30
31
1
2
3
4
5
6
7
8
10
11
12
13
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
01
Juli 2018
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
25
26
27
28
29
30
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
01
02
03
04
05
August 2018
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
30
31
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
01
02
September 2018
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
27
28
29
30
31
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
Oktober 2018
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
01
02
03
04
November 2018
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
29
30
31
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
01
02
Dezember 2018
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
26
27
28
29
30
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
01
02
03
04
05
06

Veranstaltungssuche

Info

Vorverkauf in Dresden

Ticketreservierungen sind leider nicht möglich.

Alle Ticketpreise verstehen sich inkl. MwSt. und zzgl. VVK-Gebühr; Gebühren können je nach Verkaufsstelle abweichen.

© 2018 Scheune Dresden