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05. Januar 2023

„Bitte vergesst uns nicht!“ – Spendenkonto für afghanische Studentinnen eingerichtet

Zur MusicMatch 2022 boten uns Hamid Eshan, Ulla Benz und Shahrzad Eden Osterer erschreckende Einblicke in die Situation von Musiker:innen in Afghanistan. Seither bemühen wir uns um die Einreise- und Studienmöglichkeit von zwei Musikstudentinnen.

Musikausübung wird seit der Machtergreifung der Taliban 2021 in Afghanistan scharf kriminalisiert, insbesondere, wenn es sich um „westliche“ Musik handelt. Mit Ausnahme von muslimischen Liedern, die zu Propagandazwecken genutzt werden, ist jegliche Form von Musik verboten. Bei Verstößen drohen drakonische Strafen. Musiker:innen werden verfolgt, verstümmelt und bedroht, Instrumente zerstört; es ist bereits zu Ermordungen gekommen.

Sadia und Somaiya haben beide bis August 2021 Musik an der Universität Kabul studiert und ihr Violinstudium am Afghanistan National Institute of Music (ANIM) vertieft, das unmittelbar nach der Machtergreifung geschlossen wurde. Ein großer Teil der Studierenden des ANIM konnte wenige Monate nach der Machtergreifung nach Portugal ausreisen; Sadia und Somaiya aber wurden von der Ausreiseliste, auf der sie bereits standen, wieder gestrichen.

Individuelle Umstände verschärfen die Lage

Sowohl bei Sadia als auch bei Somaiya kommen individuelle Umstände hinzu, die ihre Lage verschärfen: Sadia wurde knapp zwei Wochen vor der Machtübernahme mit ihrer Familie von einer Taliban-Gruppe als Geisel genommen. Diese hatten auf der Flucht vor der Polizei die Wohnung der Familie gestürmt und drohten, die Anwesenden zu töten. Eine führende Person wurde inhaftiert. Nachdem diese nach der Machtübernahme aus dem Gefängnis befreit worden war, denunzierte sie Sadias Familie, die seitdem in akuter Lebensgefahr schwebt. Die gesamte Familie ist aus Kabul geflohen und untergetaucht.

Die in einem Dorf in der Provinz Ghazni lebende Familie von Somaiya erlebte aufgrund des Musikstudiums ihrer Tochter bereits vor der Machtübernahme Übergriffe von islamistisch eingestellten Dorfbewohnern. Aus diesem Grund kann sie nicht mehr zu ihrer Familie zurückkehren: Sie und ihre Familie hätten mit schweren Restriktionen und Gewalt zu rechnen. Somaiya lebt derzeit allein in einem Versteck in Kabul, ihr fehlt daher der für Frauen im heutigen Afghanistan lebensnotwendige Schutz durch männliche Familienangehörige.

Studien-Visa und Studien-Zulassung

Durch die Geigerin und Ärztin Ulla Benz, die im April 2022 an unserem MusicMatch Panel „… und dann war Stille? – zur Situation von Musiker:innen in Afghanistan“ teilnahm, haben wir vom Schicksal von Sadia und Somaiya erfahren. Es hat sich in der Folge ein kleines Netzwerk gebildet, das sich für die beiden einsetzt und bereits einiges erreichen konnte. Aufgrund der Fürsprache zahlreicher Menschen aus der Politik haben sie für Januar 2023 einen Termin in der zuständigen Botschaft erhalten, sodass sie ihre Studien-Visa beantragen können. Zuvor sprach die Universität Paderborn unter Überwindung bürokratischer Hürden die Zulassung zum Studium aus. Einige Privatpersonen haben zugesagt, die beiden Studentinnen nach ihrer Ankunft im Alltag und beim Studium zu unterstützen. Auch Musikinstrumente stehen bereits zur Verfügung.

Als nächstes müssen die beiden den überaus gefährlichen Weg nach Deutschland bewältigen. Schon jetzt wird jedoch Geld benötigt: Vor ihrer Einreise nach Deutschland müssen Sadia und Somaiya nachweisen, dass sie über finanzielle Mittel in Höhe von je 11.208 Euro verfügen – so bestimmt es das deutsche Ausländerrecht für Nicht-EU-Studierende. Und natürlich werden auch Mittel für Gebühren und Reisekosten benötigt. Mit Unterstützung der Lippischen Landeskirche wurde daher ein Spendenkonto eingerichtet, mit dem sehr konkrete Hilfe geleistet werden kann:

Spenden-Konto der Lippischen Landeskirche
• DE97 4765 0130 0000 0484 47
• Buchungsvermerk/Zweckbindung „Afghanische Studentinnen“

Foto: Ulla Benz bei der MusicMatch 2022 © Robby Klee

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